Wir und das Bier: Überseehopfen der Insel-Brauerei

Unsere Begeisterung für Craft Beers, entstanden auf einem Pub Crawl in Boston 2012, führte uns am 17. Juni zum Craft Market an der Rindermarkthalle. Der optisch am meisten beeindruckende Stand gehörte der Rügener Insel-Brauerei. Hier griffen wir zum Überseehopfen.

Das Produkt der Rügener Insel-Brauerei besticht durch das besondere Design der Dreiviertelliter-Flasche. Es erhielt denn auch den „World Beer Award“ in der Kategorie „Style“. 0,75 Liter machen klar: Dies ist ein Bier für Genießer, die gerne teilen. Die Flasche ist umwickelt mit einem patinierten schön gestalteten Packpapier als Etikett, auf dem die wesentliche Daten – bis auf die Hopfensorten – aufgedruckt sind. Dadurch ist das Öffnen allerdings etwas fummelig.

Mit dem Öffnen entströmt der Flasche ein muffig-fruchtiger Duft. Wir sind uns nicht sicher, ob dies in der Flaschenreifung liegt, eine Besonderheit der Biere der Insel-Brauerei, die bedeutet, dass das Bier schon ein Jahr in der Flasche reift.  Der Muff könnte auch im Etikett stecken. 

Mit dem Einschenken schäumt das Bier so stark wie ein Weizenbier. Der Schaum ist auch beständig und hält viele Minuten. Er ist sehr fein-blasig. Im Glas duftet das Bier nach Melone. Je mehr sich der Schaum entwickelt hat, desto intensiver der Duft. Das Bier weist eine Trübe ohne Schwebstoffe in einem stumpfen Bernstein-Farbton auf.

Geschmacklich ist das Überseehopfen melonig-fruchtig mit der ersten Benetzung der Zunge bis zum Abgang. Es ist nicht aufdringlich und doch intensiv, mit leichter Hopfen-Bitterkeit die etwas an Rauke erinnert. Für ein IPA ist es extrem dezent hopfig. Und da mutet es für ein IPA auch merkwürdig an, dass keine Hopfen-Sorte angegeben ist. Der Beiname „Japan“ und die Website helfen hier etwas weiter, auch wenn ich das nicht gleich finden konnte. Der Braumeister wird im Bereich Verkostungsbeschreibung mit den Hinweisen zitiert, dass der Hopfen aus Japan komme und es sich aus 100% Doldennaturhopfen handele.

Interessant ist auch die Information, dass es sich beim Stil um eine Eigenkreation handele und nur für die internationale Kategorisierung IPA herhalten muss. Ein IPA lässt mehr Wumms erwarten, so dass sich zunächst eine leichte Enttäuschung einstellt. Wenn wir die Kategorie außer Acht lassen, dann handelt es sich um ein fruchtiges Bier, dass tatsächlich wohl – wie empfohlen – gut mit Hummer korrespondiert. Wir hatten nur leider gerade keinen Hummer da.

Die empfohlene Trink-Temperatur liegt übrigens bei 10°C. Das Fruchtaroma im Duft nimmt beim zweiten Einschenken, wenn es wärmer ist, sogar noch angenehm zu. Unser Fazit: Der Award und die Kategorie IPA lassen mehr erwarten und doch haben wir mit dem Überseehopfen ein leckeres sommerliches Bier erwischt.

Die Bier-Daten:

  • Bier: Überseehopfen
  • Brauerei: Insel-Brauerei, Rügen
  • Alkoholgehalt:  5,5% vol.
  • Hopfen: „Hopfen aus Japan“
  • Flaschengröße: 0,75l
  • Abgefüllt: 18.06.2016
  • MHD: 18.06.2018
  • Verkaufspreis: 7 Euro
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Über gordians

Wintermud ist eine Verballhornung aus meinem Stadtteil Winterhude und "Wintermute" von Neuromancer. Ein tiefer Sinn liegt nicht darin.
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